Es ist Freitagmittag, die Spülstraße läuft, und plötzlich sind die Gläser fleckig, der Kombidämpfer meldet Kalk oder das Wasser schmeckt salzig. Die Enthärtungsanlage im Technikraum tut offenbar nicht mehr, was sie soll. Bevor Sie jemanden anrufen, lohnt sich ein Blick auf die Anlage: Viele Störungen lassen sich in wenigen Minuten eingrenzen – und einige davon sogar beheben. Dieser Beitrag beschreibt, was Sie ohne Werkzeug prüfen können, was Sie besser nicht tun sollten, wann der Techniker kommen muss und was für den Termin bereitliegen sollte.
Das Wasser hinter der Anlage ist nicht mehr weich: Kalkflecken, Beläge, Härtetest zeigt hohe Werte. Mögliche Ursachen, von häufig bis selten: Salzvorrat leer, Salzbrücke im Solebehälter, Anlage steht auf Bypass, Injektor verstopft, Verschneidung verstellt, Harz erschöpft, Steuerventil defekt.
Im Solebehälter hat sich über dem Wasser eine feste Salzkruste gebildet, darunter ein Hohlraum. Von oben sieht der Behälter voll aus – tatsächlich löst sich kein Salz mehr, die Anlage regeneriert mit Wasser statt Sole. Typisch nach Feuchtigkeit im Raum, falschem Salz oder wenn der Behälter bis oben gefüllt wurde.
Die Anlage regeneriert ständig (hörbar am Wasserablauf, Salzverbrauch steigt stark) oder gar nicht mehr (Salzvorrat sinkt nicht, Wasser wird hart). Ursache ist meist das Steuerventil – Kolben, Dichtungen, Motor – oder der Wasserzähler, der den Verbrauch nicht mehr erfasst.
Wenn Salzvorrat, Salzbrücke, Bypass und Uhrzeit ausgeschlossen sind und das Wasser trotzdem hart bleibt, liegt die Ursache im Inneren der Anlage: Injektor, Steuerventil, Soleventil, Harz oder Verschneidung. Das Gleiche gilt bei Dauerregeneration, Leckagen, salzigem Wasser und bei jeder Fehlermeldung, die sich nach einem Neustart wiederholt. Auch eine Salzbrücke, die regelmäßig wiederkommt, ist ein Fall für den Fachbetrieb – sie hat meist eine Ursache im Soleventil oder in der Aufstellung.
Mit diesen Angaben können wir die passenden Ersatzteile mitbringen und die Störung in den meisten Fällen beim ersten Termin beheben. Die Meldung geht am einfachsten über unser Kontaktformular mit dem Anliegen „Störung / Reparatur“ – die Details beschreibt die Seite Störungsdienst.
Schmeckt das Weichwasser salzig, ist die Schnellwäsche nach der Regeneration unvollständig oder das Soleventil undicht, sodass ständig Sole nachläuft. Das Wasser sollte in der Küche nicht weiterverwendet werden; Bypass prüfen und den Fachbetrieb informieren.
Steht deutlich mehr Wasser im Behälter als üblich, funktioniert das Schwimmerventil nicht oder der Injektor saugt die Sole nicht ab. Die Anlage regeneriert dann mit zu wenig Sole – das Wasser wird schleichend härter.
Ein blockierter Wasserzähler in der Steuerung führt dazu, dass die Anlage die Kapazität nicht erkennt und zu spät oder nie regeneriert. Erkennbar an gleichbleibender Restkapazität im Display trotz Betrieb.
Die meisten Störungen an Enthärtungsanlagen in Küchen sind Wartungsrückstände: ein nie gereinigter Solebehälter, ein verschlissenes Steuerventil, erschöpftes Harz, eine Anlage, die zu klein für den gewachsenen Betrieb ist. Nach der Reparatur lohnt sich deshalb der Blick auf das Intervall: Gewerblich genutzte Enthärtungsanlagen werden nach DIN EN 806-5 halbjährlich gewartet. Wer das im Wartungsvertrag regelt, erlebt die Freitagmittag-Störung deutlich seltener.
Salzvorrat, Salzbrücke, Bypass, Uhrzeit, Härtetest – fünf Prüfungen, die jedes Küchenteam ohne Werkzeug schafft und die einen großen Teil der Störungen erklären. Alles darüber hinaus gehört in die Hände des Fachbetriebs. Wie die Wasseraufbereitung in der Großküche insgesamt aufgebaut sein sollte, damit Störungen selten werden, beschreibt die Seite Wasseraufbereitung für Großküchen.
Checkliste für Ihr Küchenteam: Was täglich, wöchentlich und halbjährlich an der Wasseraufbereitung zu prüfen ist – als PDF zum Aufhängen.
Weiterlesen: Kombidämpfer verkalkt: Ursachen und Wartung · Der 6-Punkte-Service für Enthärtungsanlagen · Betreiberpflichten in der Großküche. Was eine Salzbrücke ist, erklärt das Glossar.