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Glossar Wasseraufbereitung – Begriffe von A bis Z

Von °dH bis Zwangsregeneration: die Begriffe aus Wartungsprotokollen, Herstellerunterlagen und Gesprächen mit unseren Technikern, kurz erklärt und direkt verlinkbar.

  • Über 50 Begriffe
  • Alphabetisch mit Sprungmarken
  • Mit Links zu den Leistungsseiten
  • Aus der Praxis formuliert

Die wichtigsten Begriffe der Wasseraufbereitung, alphabetisch und kurz erklärt – so, wie sie in Wartungsprotokollen, Herstellerunterlagen und Gesprächen mit unseren Technikern vorkommen. Jeder Eintrag lässt sich direkt verlinken.

A B C D E G H I K L M N O P R S T U V W Z

A

Absalzung
Kontrolliertes Ablassen eines Teils des Kreislaufwassers in Kühltürmen oder Dampfkesseln, damit die durch Verdunstung aufkonzentrierten Salze nicht ausfallen. Gesteuert über die Leitfähigkeit. Siehe Kühltürme.
Aktivkohlefilter
Filter mit poröser Kohle, der Chlor, Geruchs- und Geschmacksstoffe sowie organische Verbindungen bindet. Vor Umkehrosmose-Membranen unverzichtbar, weil Chlor Polyamid-Membranen schädigt.
Antiscalant
Dosiermittel, das in Umkehrosmose-Anlagen das Ausfallen von Kalk und anderen Salzen auf der Membran verhindert (Scaling). Muss zur Rohwasserqualität und Ausbeute passen.
Ausbeute (WCF, Water Conversion Factor)
Anteil des Zulaufwassers, der bei einer Umkehrosmose als Permeat gewonnen wird; der Rest geht als Konzentrat ab. Eine zu hohe Ausbeute führt zu Scaling, eine zu niedrige verschwendet Wasser.

B

Biofilm
Schleimschicht aus Mikroorganismen auf Oberflächen, die mit Wasser in Kontakt stehen – in Harzbetten, Solebehältern, Membranen, Kühlkreisläufen. Nährboden für Legionellen; wird durch Desinfektion und Reinigung entfernt.
42. BImSchV
Verordnung über Verdunstungskühlanlagen, Kühltürme und Nassabscheider. Regelt Anzeige, Überwachung, Legionellenuntersuchung, Betriebstagebuch und Sachverständigenprüfung für Betreiber. Siehe Kühlturm-Wartung nach 42. BImSchV.
Biozid
Wirkstoff, der in Kühlkreisläufen das Wachstum von Bakterien, Algen und Pilzen begrenzt. Dosierung und Konzentration werden bei der Wartung geprüft.
Bypass
Umgehungsleitung, über die Wasser an einer Anlage vorbeigeführt werden kann – etwa bei einer Störung, damit die Versorgung mit Rohwasser weiterläuft.

C

Chlordioxid
Desinfektionsmittel, das unter anderem zur Bekämpfung von Legionellen in Trinkwasser-Installationen eingesetzt wird. Anwendung, Dosierung und Sicherheitsmaßnahmen richten sich ausschließlich nach Gebrauchsanweisung und Sicherheitsdatenblatt des jeweiligen Produkts und nach den Vorgaben der Trinkwasserverordnung.
CIP (Cleaning in Place)
Chemische Reinigung einer Anlage ohne Demontage – bei Umkehrosmose die Membranreinigung mit saurer und alkalischer Lösung, in der Lebensmittelindustrie die Reinigung von Leitungen und Tanks.

D

°dH (Grad deutscher Härte)
Einheit der Wasserhärte. 1 °dH entspricht 10 mg Calciumoxid pro Liter bzw. etwa 0,18 mmol/l Erdalkali-Ionen. Bis 8,4 °dH gilt Wasser als weich, über 14 °dH als hart.
Desinfektion
Abtöten oder Inaktivieren von Mikroorganismen – chemisch (z. B. Chlor, Chlordioxid, Wasserstoffperoxid) oder physikalisch (UV-Strahlung). Enthärtungsanlagen im Trinkwasserbereich werden mindestens jährlich desinfiziert.
Differenzdruck
Druckunterschied zwischen Ein- und Ausgang eines Filters oder Membranmoduls. Steigt er, ist der Filter verblockt oder die Membran belegt.
DIN EN 806-5
Norm für den Betrieb und die Wartung von Trinkwasser-Installationen. Legt unter anderem fest, dass Enthärtungsanlagen jährlich (Einzelanlagen) bzw. halbjährlich (Gemeinschafts- und Gewerbeanlagen) durch einen Fachbetrieb gewartet werden. Siehe Wartungsvertrag.
Dosieranlage
Pumpe mit Steuerung, die ein Mittel in definierter Menge ins Wasser gibt – Antiscalant vor der Osmose, Biozid und Inhibitor im Kühlkreislauf, Härtestabilisator in der Hausinstallation.

E

Eindickung
Aufkonzentration der Salze im Kreislaufwasser eines Kühlturms durch Verdunstung. Wird über die Absalzung im Sollbereich gehalten; zu hohe Eindickung führt zu Kalkausfall und Korrosion.
Enteisenung
Entfernung von gelöstem Eisen aus Brunnenwasser: Belüftung oder Oxidation überführt Eisen in unlösliche Form, ein rückspülbarer Filter hält es zurück. Siehe Filteranlagen.
Enthärtung
Entfernung der Härtebildner Calcium und Magnesium aus dem Wasser, meist durch Ionenaustausch gegen Natrium. Siehe Enthärtungsanlagen.
Entmanganung
Entfernung von gelöstem Mangan. Verläuft langsamer als die Enteisenung und braucht einen höheren pH-Wert, längere Kontaktzeit oder katalytisches Filtermaterial.
Entsäuerung
Anheben des pH-Werts von Wasser mit aggressiver Kohlensäure, meist über ein Filtermaterial auf Calciumcarbonat- oder Dolomitbasis. Schützt Leitungen vor Korrosion.

G

Gesamthärte
Summe der Calcium- und Magnesiumionen im Wasser, angegeben in °dH oder mmol/l. Grundlage für die Auslegung einer Enthärtungsanlage.

H

HACCP
Hazard Analysis and Critical Control Points – Konzept zur Lebensmittelsicherheit, das Betriebe der Gemeinschaftsverpflegung umsetzen müssen. Wartungsprotokolle der Wasseraufbereitung gehören zur HACCP-Dokumentation. Siehe Großküchen.
Härtestabilisator
Dosiermittel, das Härtebildner in Lösung hält, sodass sie nicht als Kalk ausfallen – eine Alternative zur Enthärtung in bestimmten Installationen und Kühlkreisläufen.
Harzbett
Die Schüttung aus Ionenaustauscherharz im Druckbehälter einer Enthärtungsanlage. Wird bei der Regeneration mit Sole beladen und muss regelmäßig desinfiziert werden.
Harzwechsel
Austausch des gealterten Ionenaustauscherharzes, je nach Belastung etwa alle sechs bis zehn Jahre. Ein erschöpftes Harz liefert trotz Regeneration keine ausreichende Enthärtung mehr.

I

Inbetriebnahme
Erstes Anfahren einer Anlage mit Einstellung aller Parameter, Spülung, Funktionsprüfung und Referenzmessung. Die Referenzwerte sind die Basis für spätere Wartungen.
Inhibitor (Korrosionsschutz)
Dosiermittel, das in Kühl- und Heizkreisläufen Korrosion an Metalloberflächen hemmt. Konzentration wird bei der Wartung gemessen.
Injektor
Bauteil im Steuerkopf einer Enthärtungsanlage, das während der Regeneration die Sole ansaugt. Verstopft er, regeneriert die Anlage wirkungslos.
Inspektion vs. Wartung
Inspektion = Prüfen und Messen des Ist-Zustands, Reparaturen werden angeboten. Wartung = zusätzlich Pflege, Tausch von Verschleißteilen, Einstellung und Desinfektion nach Herstellervorgabe. Siehe Wartungsvertrag.
Ionenaustausch
Verfahren, bei dem ein Kunstharz Ionen aus dem Wasser gegen andere Ionen tauscht – bei der Enthärtung Calcium und Magnesium gegen Natrium, bei der Nitratentfernung Nitrat gegen Chlorid.

K

Kapazität
Wassermenge, die eine Enthärtungsanlage bei gegebener Rohwasserhärte zwischen zwei Regenerationen enthärten kann. Wird in der Steuerung hinterlegt und bei der Wartung mit dem tatsächlichen Verbrauch abgeglichen.
Kesselspeisewasser
Aufbereitetes Wasser für Dampfkessel und Dampferzeuger – enthärtet, bei höheren Drücken entsalzt und konditioniert, damit kein Kesselstein entsteht. Siehe Industrie.
Kesselstein
Harte Kalkablagerung auf Heizflächen, die beim Erhitzen harten Wassers entsteht. Verschlechtert den Wärmeübergang und kann zu Überhitzung führen.
Konzentrat
Der Teil des Zulaufwassers einer Umkehrosmose, der die aufkonzentrierten Salze enthält und abgeleitet wird. Gegenstück zum Permeat.

L

Legionellen
Bakterien, die sich in stehendem, lauwarmem Wasser vermehren – in Warmwassernetzen, Kühltürmen, Biofilmen. Einatmen von Aerosolen kann schwere Lungenentzündungen verursachen. Untersuchungspflichten regeln Trinkwasserverordnung und 42. BImSchV.
Leitfähigkeit
Maß für den Gehalt an gelösten Salzen im Wasser, angegeben in µS/cm. Wichtige Kenngröße für Umkehrosmose (Leitwert des Permeats), Kühlkreisläufe (Eindickung) und Kesselspeisewasser.

M

Membran
Halbdurchlässige Schicht in Umkehrosmose- und Nanofiltrationsanlagen, die Wasser durchlässt, gelöste Salze aber zurückhält. Wird in spiralgewickelten Modulen eingesetzt.
Mischwasserhärte
Härte des Wassers nach der Verschneidung von enthärtetem und unbehandeltem Wasser. Für Trinkwasser-Installationen meist auf etwa 6 bis 8 °dH eingestellt.

N

Nanofiltration
Membranverfahren zwischen Ultrafiltration und Umkehrosmose: hält zweiwertige Ionen (Härte, Sulfat) und organische Stoffe zurück, lässt einwertige Ionen teilweise durch. Arbeitet mit geringerem Druck als die Umkehrosmose.
Nitratentfernung
Senkung des Nitratgehalts, meist über einen selektiven Anionenaustauscher, der mit Salz regeneriert wird. Grenzwert der Trinkwasserverordnung: 50 mg/l.

O

Oxidation
Reaktion mit Sauerstoff oder Oxidationsmitteln, bei der gelöstes Eisen und Mangan in unlösliche, filtrierbare Form übergehen. Erster Schritt jeder Enteisenung.

P

Permeat
Das gereinigte, entsalzte Wasser, das durch die Membran einer Umkehrosmose tritt. Seine Menge und Leitfähigkeit sind die wichtigsten Kennwerte für den Zustand der Anlage. Siehe Umkehrosmose.
Protokoll (Wartungsprotokoll)
Dokumentation eines Serviceeinsatzes mit Messwerten vor und nach der Wartung, durchgeführten Arbeiten, getauschten Teilen und Einstellwerten. Dient als Nachweis gegenüber Versicherung, Vermieter, Gesundheitsamt und Sachverständigem.

R

Regeneration
Wiederaufladen des Harzbetts einer Enthärtungsanlage mit Salzsole in vier Schritten: Rückspülen, Besalzen, Schnellwaschen, Sole füllen. Siehe Wie funktioniert eine Enthärtungsanlage?
Regeneriersalz
Reines Natriumchlorid in Tabletten- oder Grobkornform, aus dem die Sole für die Regeneration hergestellt wird. Speise- oder Streusalz sind ungeeignet.
Resthärte
Die Härte, die nach der Enthärtung und Verschneidung im Wasser verbleibt. Wird bewusst eingestellt, damit Wasser nicht korrosiv wird und Geräte wie Kaffeemaschinen das passende Wasser bekommen.
Rohwasser
Das unbehandelte Wasser vor der Aufbereitung – aus dem öffentlichen Netz, einem Brunnen oder einem Oberflächengewässer.
Rückspülung
Durchströmen eines Filters oder Harzbetts entgegen der Fließrichtung, um zurückgehaltene Partikel auszutragen und das Bett aufzulockern. Bei Enteisenungsfiltern regelmäßig, bei Enthärtern zu Beginn jeder Regeneration.

S

Salzbrücke
Feste Salzkruste im Solebehälter, unter der sich ein Hohlraum bildet. Die Anlage zieht dann Wasser statt Sole und regeneriert wirkungslos – eine der häufigsten Störungsursachen. Siehe Störungsdienst.
Scaling
Ausfallen von Kalk und anderen Salzen auf Membranen oder Wärmetauschern. Wird durch Enthärtung, Antiscalant und richtige Ausbeute verhindert.
SDI (Silt Density Index)
Kennwert für die Verblockungsneigung von Wasser durch Partikel und Kolloide. Für Umkehrosmose-Membranen sollte der SDI des Zulaufs unter 3 liegen.
Sole
Gesättigte Salzlösung aus dem Solebehälter, mit der das Harzbett regeneriert wird.
Speisewasser
Aufbereitetes Wasser, das einem Gerät zugeführt wird – etwa einem Dampfkessel, Sterilisator oder RDG. Die Anforderungen legt der Gerätehersteller fest.
Steuerventil (Steuerkopf)
Zentrale Baugruppe einer Enthärtungs- oder Filteranlage, die Betrieb, Rückspülung und Regeneration steuert. Enthält Kolben, Dichtungen und Injektor – typische Verschleißteile.

T

Teilentsalzung
Entfernung eines Teils der gelösten Salze, meist über einen Ionenaustauscher – in Spülmaschinen für fleckenfreies Trocknen eingesetzt.
TrinkwV (Trinkwasserverordnung)
Deutsche Verordnung über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch. Legt Grenzwerte, Untersuchungspflichten und Anforderungen an Betreiber fest – auch für Eigenwasserversorgungen aus Brunnen.
Trübung
Sichtbare Eintrübung des Wassers durch feine Partikel, angegeben in NTU. Trübstoffe schirmen Keime vor UV-Strahlung ab und müssen vor der Entkeimung gefiltert werden.

U

Umkehrosmose (RO)
Membranverfahren, bei dem Wasser unter Druck durch eine halbdurchlässige Membran gepresst wird, die gelöste Salze zurückhält. Liefert entsalztes Permeat für Spülmaschinen, Dampferzeuger, Labore und Produktion.
UV-Desinfektion
Entkeimung durch UV-C-Licht (254 nm), das die DNA von Bakterien, Viren und Parasiten schädigt – ohne Chemikalien. Wirkt nur in klarem Wasser. Siehe UV-Trinkwasserdesinfektion.

V

VDI 2047
Richtlinienreihe zur Hygiene bei Rückkühlwerken und Verdunstungskühlanlagen. Beschreibt Gefährdungsbeurteilung, Hygieneplan und Wartungsumfang und ist die technische Grundlage zur 42. BImSchV.
VE-Wasser (vollentsalztes Wasser)
Wasser, dem nahezu alle gelösten Salze entzogen wurden – durch Umkehrosmose, Ionenaustausch oder deren Kombination. Wird für Sterilisatoren, Labore, Dampferzeuger und Befeuchtung benötigt.
Verschneidung
Beimischen von unbehandeltem Wasser zum enthärteten Wasser, um eine definierte Resthärte einzustellen. Wird bei der Wartung gemessen und nachjustiert.

W

Wartung
Planmäßige Maßnahmen zum Erhalt der Funktion einer Anlage: Prüfen, Messen, Pflegen, Tauschen, Desinfizieren, Dokumentieren. Intervalle nach DIN EN 806-5 und Herstellervorgabe.
Wasserhärte
Gehalt an gelösten Erdalkali-Ionen (Calcium, Magnesium). Bestimmt, wie viel Kalk beim Erwärmen ausfällt. Siehe Wissenswertes über Kalk.

Z

Zwangsregeneration
Regeneration nach einer festgelegten Zeit unabhängig vom Verbrauch, damit das Harzbett bei geringer Abnahme nicht wochenlang stillsteht und verkeimt.
Zusatzwasser
Wasser, das einem Kühlkreislauf nachgespeist wird, um Verdunstungs- und Absalzverluste auszugleichen. Wird meist enthärtet, damit sich kein Kalk im Kreislauf anreichert.

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